Leerstelle zwischen Präsenz und Absenz
20. – 21. Oktober 2018
Hebel_121, Basel/CH
Felix Baudenbacher | Anja Braun | Ted Davis | Jean-Claude Houlmann | Claudia Kübler | Gerda Maise | Frédéric Pagace | Sebastian Mundwiler
Kuratorin Sonja Gasser
Für nur zwei Tage ist der Hebel_121 Versuchslabor für eine experimentelle Auseinandersetzung mit dem Format einer Gruppenausstellung. Künstler und Künstlerinnen gehen Leerstellen auf die Spur, verdeutlichen, besetzen oder erzeugen welche. Anwesendes und Abwesendes, Erwartetes und Unerwartetes durchdringen sich gegenseitig in den begrenzten Raumverhältnissen einer einstigen Bäckerei. Bleibt das einzelne Kunstwerk fassbar oder tut sich eine Lücke auf?
Die künstlerischen Positionen in der Ausstellung
Claudia Kübler beschäftigt sich mit Löchern in allen Varianten und Formen. Ihre prekäre und perfor- mativ angelegte Installation zwingt das Vernissage-Publikum, diese Arbeit zur Vervollständigung zu zerstören. Einen Ausschnitt aus einer bestehenden Videoarbeit bringt Anja Braun in Form eines auf eine Blache aufgedruckten Standbilds in den Ausstellungsraum. In dieser neuen Arbeit scheint in den darauf gelegten verschiedenfarbigen Steinen aus Lappland ihre Faszination für Farbpigmente auf. Jean-Claude Houlmann interessiert sich für regelmässige geometrische Muster, deren Komplexität verblüffende Effekte erzeugen. Er setzt Kontraste, sorgt für Irritierendes und Verstörendes.
Felix Baudenbacher ist persönlich nicht anwesend und trotzdem im Raum präsent. Jedoch hat er ent- schieden, diesmal kein Kunstwerk zu zeigen. Die Bar, hinter der Sebastian Mundwiler stehen und bei der Vernissage die Getränke ausgeben wird, ist wiederum eine künstlerische Arbeit.
Die minimalistische Herangehensweise von Gerda Maise bedeutet diesmal, dass sie in der Ausstellung kein Werk zeigt. Die Künstlerin wird auch nicht anwesend sein. Wir danken Gerda Maise, eine Lücke im Ausstel- lungsprogramm des Hebel_121 besetzen zu dürfen. Der Kunstraum, den sie zusammen mit Daniel Göttin führt, ist ein Lebensprojekt und so in gewisser Weise fest mit dem Künstlerdasein verbunden. Sie ist während der ganzen Ausstellungszeit präsent.
Frédéric Pagace bringt Biologisches mit Technologie zusammen. Eine harmlose Zimmerpflanze rea- giert verkabelt plötzlich auf Interaktion mit Besucherinnen und Besuchern. Eine etwas andere Ver- suchsanordnung wählt Ted Davis, wenn er mit einer Videokamera Bewegungen in der Umgebung aufnimmt und auf den Bildschirm eines Oszilloskops bringt. Die Wiedergabe erfolgt mit einiger Verzögerung, bevor die gespeicherten Aufnahmen durch neuere überschrieben werden.
INTERVENTION 1 – BUNKER A3366, 2018
Kitty Schaertlin, Sissach und Gerda Maise, Basel
Wintersinger Höhe, Sissach/CH
Sichtbar ab Freitag 4. Mai 2018, ab 18 Uhr und bis auf weiteres
Ein alter Armeebunker aus dem 2. Weltkrieg steht linker Hand am Waldrand des Fusswegs von der Wintersinger Höhe zur Sissacherfluh. Anlässlich der ganzjahres Ausstellung AUSSICHTEN 2015-16 in Sissach ist dieser Bunker das erste Mal als Kunstobjekt ausgezeichnet worden. Die beiden Künstlerinnen Kitty Schaertlin und Gerda Maise haben sich vom damaligen ‚Raum mit Aussichten’ inspirieren lassen und nehmen einen neuen, sanften künstlerischen Eingriff am Bunker vor. Ein ganzes Jahr lang soll sich die Oeffentichkeit, jung und alt an dieser subtilen, malerischen Intervention erfreuen. Vielleicht lässt sich ja das Kunstprojekt in Zukunft mit einem neuen KünstlerInnenteam fortsetzen …
SOFT CONTAINER, 2018
Textile Verbände auf Karton
Lücke, 2018
Container als Vakuum und Möglichkeitsform
21. April bis 27. Mai 2018
Kunsthaus L6, Freiburg/D
Felix Baudenbacher | Anja Braun | Ted Davis | Jean-Claude Houlmann | Claudia Kübler | Gerda Maise | Frédéric Pagace | Sebastian Mundwiler
Kuratorin Sonja Gasser
Container sind Behälter mit oder ohne Inhalt, im weitesten Sinn auch Hüllen oder Verpackungen. Konkret umwickle ich handelsübliche, unterschiedlich grosse Behälter oder Boxen aus Karton mit farbigen, elastischen, textilen Verbänden. Es sind in der Regel Verpackungen mit unterschiedlichem Inhalt, in meinem Fall besteht der Inhalt aus unterschiedlich grossen Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens. Einige meiner Soft Container enthalten alte Computer, Drucker, Telefone, etc. Einige sind leer, enthalten also ein Vakuum. Dadurch, dass ich sie nochmals einpacke, verwandle ich die Kartonboxen in unterschiedlich grosse, weiche, farbige, künstliche Bodenobjekte, welche gestapelt oder auch im Raum einzeln platziert werden können.
Mit meiner Arbeit mache ich sowohl auf die nützliche als auch prekäre Verwendung von Containern im Alltag aufmerksam. Sei dies im grossen Stil, als Container voller Waren auf den riesigen Containerschiffen auf den Ozeanen dieser Welt und an Land in den Containerterminals auf Häfen und Flughäfen. Kommt dazu, dass leere und volle Container auch als temporäre oder sogar dauerhafte Behausung für Menschen oder als Depots für Gegenstände und Materialien aller Art dienen. Im Alltag werden Container aus Holz, Plastik oder Karton als Verpackungsmaterial verwendet, sie werden in aller Regel zu Abfall.
Mein Interesse gilt seit mehr als 40 Jahren dem Umgang mit Abfall im wörtlichen Sinn, mit Ab- und Zufällen, mit Material, das abfällt und mir zufällt, Material als Abfall, nicht Müll. Mit Soft Container 2018 mache ich auf die Ambivalenz im Umgang mit dieser Situation aufmerksam. Wieder geht es um die Frage der Wahrnehmung was Kunst ist, was sie sichtbar machen kann und wie sie erscheinen sollte.

SOFT COVERS / SOFT STONE, 2018
Textile Verbände auf Holzchassis, auf Rheinkiesel, auf Multiplex, auf Kabel
Ateliers Ouverts
Basement, Saint-Louis/F
SOFT DOUBLE CROSS, 2018
Textile Verbände zwischen zwei Stahlstützen
Intervention im Innen- und Aussenraum
Lücke, 2018
Systemfehler durch Irrtum und Defekt
17. Februar bis 8. April 2018
Kunsthalle Vebikus, Schaffhausen/CH
Felix Baudenbacher | Anja Braun | Ted Davis | Jean-Claude Houlmann | Claudia Kübler | Gerda Maise | Frédéric Pagace | Sebastian Mundwiler
Kuratorin Sonja Gasser
Container sind Behälter mit oder ohne Inhalt, im weitesten Sinn auch Hüllen oder Verpackungen. Konkret umwickle ich handelsübliche, unterschiedlich grosse Behälter oder Boxen aus Karton mit farbigen, elastischen, textilen Verbänden. Es sind in der Regel Verpackungen mit unterschiedlichem Inhalt, in meinem Fall besteht der Inhalt aus unterschiedlich grossen Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens. Einige meiner Soft Container enthalten alte Computer, Drucker, Telefone, etc. Einige sind leer, enthalten also ein Vakuum. Dadurch, dass ich sie nochmals einpacke, verwandle ich die Kartonboxen in unterschiedlich grosse, weiche, farbige, künstliche Bodenobjekte, welche gestapelt oder auch im Raum einzeln platziert werden können.
Mit meiner Arbeit mache ich sowohl auf die nützliche als auch prekäre Verwendung von Containern im Alltag aufmerksam. Sei dies im grossen Stil, als Container voller Waren auf den riesigen Containerschiffen auf den Ozeanen dieser Welt und an Land in den Containerterminals auf Häfen und Flughäfen. Kommt dazu, dass leere und volle Container auch als temporäre oder sogar dauerhafte Behausung für Menschen oder als Depots für Gegenstände und Materialien aller Art dienen. Im Alltag werden Container aus Holz, Plastik oder Karton als Verpackungsmaterial verwendet, sie werden in aller Regel zu Abfall.
Mein Interesse gilt seit mehr als 40 Jahren dem Umgang mit Abfall im wörtlichen Sinn, mit Ab- und Zufällen, mit Material, das abfällt und mir zufällt, Material als Abfall, nicht Müll. Mit Soft Container 2018 mache ich auf die Ambivalenz im Umgang mit dieser Situation aufmerksam. Wieder geht es um die Frage der Wahrnehmung was Kunst ist, was sie sichtbar machen kann und wie sie erscheinen sollte.

SOFT TUBE, 2018
Textile bandages on water pipe
Bordeaux/F